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Die Schneekönigin - Theaterbesuch

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Weihnachtstheater am Schlosstheater Moers
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In den Wochen vor Weihnachten stehen bei vielen Theatern Kinderbuchklassiker oder märchenhafte Theaterstücke auf dem Spielplan. So auch beim Schlosstheater in Moers. Die einstündige Aufführung "Die Schneekönigin", die die ganze Eichendorffschule am 09.12.2014 besuchte, war eine sehr freie Fassung des bekannten Märchens von Hans Christian Andersen. Weil alte Märchen - wie auch "Die Schneekönigin" - oft wirklich gruselig sind, wurde dieses Stück von der Regisseurin Susanne Zaun direkt als Gruselspiel zwischen den beiden Hauptpersonen des Märchens, den Kindern Kai und Gerda, angelegt.
Nach einem herzlichen Empfang in der Moerser Festivalhalle und dem Verstauen der Garderobe in großen Pappkartons, füllte sich ab 9 Uhr allmählich die Theatertribühne mit den gespannt wartenden Kindern.
Kai (gespielt von Matthias Heße) und seine beste Freundin Gerda (gespielt von Marissa Möller) besuchen sich oft. An einem Samstag im Winter darf Kai bei Gerda übernachten. Zum Zeitvertreib spielen sie das Gruselgeschichtenspiel. Wer zuerst ganz viel Angst bekommt und vor lauter Furcht das große Licht anmacht, hat das Spiel verloren. "Es war einmal ...", beginnt Gerda, denn Märchen eignen sich ganz ausgezeichnet zum Fürchten. Und dann erzählen sie sich lustvoll schaurig von abgehackten und ausgerissenen Körperteilen, die in den alten Märchen vorkommen. Beide Kinder überspielen ihre Angst mit coolen Sprüchen und Humor. An diesem Samstagabend ist das Märchen von der "Schneekönigin" dran, die Kinder auf ihrem Schlitten in ihr Schloss am Nordpol entführt und mit einem Kuss deren Herz zu Eis erstarren lässt. Plötzlich wird es dunkel. Anders als im Originalmärchen verschwindet nicht Kai, sondern Gerda. Trotz seiner riesigen Angst macht sich Kai auf die Suche nach dem Mädchen. Er kann doch seine Freundin nicht im Stich lassen! Unterwegs trifft er die seltsamsten Frauengestalten (alle gespielt von Marissa Möller) in den verschiedenen Zimmern. Kai hat eine Menge durchzumachen und muss jedes Mal, wie bei einer Schnitzeljagd, eine andere Aufgabe lösen, um den Schlüssel mit weitere Informationen über Gerdas Verbleib zu erhalten:
Frühling: Bei der strengen, grünhaarigen Ballettlehrerin Frau Rose muss sich Kai im Ballettröckchen immer schneller zur Musik einer Spieluhr drehen.
Sommer (wegen Klimawandel verregnet): Bei der blauhaarigen Frau Prinz in der Regenjacke muss Kai ein Lied dichten und singen.
Herbst: Bei der bösartigen Frau Räuber muss er sich fesseln, knebeln und anmalen lassen, zum Schluss auch noch mit dem Kopf in eine Schüssel Wackelpudding tauchen.
Winter: Bei der auf Stelzen aus Eimern laufenden Schneekönigin beginnt nach ihrem Lied die Auflösung des Such- und Versteckspiels. Die Schneekönigin gibt sich als Gerda zu erkennen.
Am Ende des Theaterstücks wird deutlich, dass beide als Sieger hervorgehen können. Gerda hat sich nämlich mindestens genau wie Kai während ihres gemeinsamen Gruselspiels gefürchtet und am Ende nur noch gehofft, dass Kai sie endlich erkennt. Ihre Freundschaft hat sich bewährt.
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